Einleitung
Das Symposium hat das Ziel, den traditionellen Universalitätsanspruch der Philosophie zur Diskussion zu stellen. Es geht um die Frage, ob die Philosophie nach wie vor die Disziplin ist, in welcher die Reflexion auf die Einheit der Wissenschaften ihren legitimen Ort besitzt – und wenn ja, wie diese Kompetenz unter den gegenwärtigen Bedingungen zu gestalten ist. Es geht dabei natürlich auch um die Konsequenzen, die unvermeidbar sind, wenn keine Reflexion auf die Einheit der Wissenschaften erfolgt.
Aktuell und dringend ist diese Fragestellung wegen des voranschreitenden Prozesses zur Schaffung eines einheitlichen europäischen Hochschulraums.
Das Ziel des Symposiums kann nur erreicht werden durch interdisziplinäre Formen der Kommunikation. Es gilt, ein Philosophieverständnis von der Basis her zu entwickeln. Deshalb stehen auf diesem Symposium nicht Philosophen, sondern Experten aus anderen wissenschaftlichen Disziplinen und gesellschaftlichen Bereichen im Mittelpunkt. Sie sollen darstellen, welche spezifische Rolle die Philosophie in ihrem Gebiet spielt. Die Gespräche könnten Übereinstimmungen und Kompatibilitäten unter den verschiedenen Disziplinen auf der Basis philosophischer Begrifflichkeit sichtbar machen, die auch Verallgemeinerungen zuließen, so dass schließlich ein Überblick und Zusammenhang der realen Bedeutung und Funktion der Philosophie in der Gesellschaft heute zu entwerfen wäre.
Auf dieser Grundlage ließe sich dann aus einem empirisch abgesicherten Gegenwartsverständnis der Philosophie, das exemplarisch aus diesem interdisziplinären Verfahren gewonnen wird, der Bologna-Prozeß mit einem aktuellen Begriff der Philosophie konfrontieren, der die Einheit der Wissenschaften im Blick hat.