Philosophische Geographie: die Bedeutung des Wasser für die Weltgeschichte
Wasser und Land sind die Grundelemente, die das Aussehen der Erdoberfläche und den Verlauf der menschlichen Kultur und Geschichte wesentlich bestimmen. Die verschiedenen Ausprägungen dieses Verhältnisses werden hier an der Kultur- und Geschichtsphilosophie von vier Autoren aufgezeigt. J.G. Herder und G.W.F Hegel im 19. Jahrhundert sahen die Bedeutung des Meeres und vor allem des Mittelmeeres für die Entstehung der frühen Kulturen am Mittelmeer und im Orient. Im 20. Jahrhundert entwickelte Carl Schmitt eine Geschichtsphilosophie aus dem Gegensatz von Land und Meer sowie der darauf aufbauenden Völker und Kulturen. Der Sinologe und Marxist Karl August Wittfogel leitete die frühgeschichtlichen Despotien in China, Indien und Ägypten aus den Herrschaftsformen der Wasserwirtschaft ab. Auch eine idealistische Geschichtsphilosophie kann die materiellen Grundlagen der geschichtlichen Entwicklung anerkennen und einbeziehen.