Edmund Husserl: „Ideen zu einer reinen Phänomenologie“

06.05.2010 - 10:00
01.07.2010 - 10:00
Etc/GMT+1
Formales
Seminar
Dr. Gerhard Stamer
Reflex e.V., Böttcherstraße 8
€ 120,-

Edmund Husserl hat diese Schrift (1913 veröffentlicht) als „Grundwissenschaft der Philosophie“ verfasst. Sie ist nicht mehr und nicht weniger als der Versuch einer Neubegründung der Erkenntnistheorie. Husserls Werk, insbesondere sein methodischer Ansatz, hat eine größere Ausstrahlung besessen, als allgemein bekannt ist. Nicht nur sind die deutschen Philosophen Martin Heidegger und Max Scheler von Husserl entscheidend beeinflusst, sondern auch die französischen Philosophen von Sartre über Merleau-Ponty bis zu Paul Ricœur und Lévinas. Der Pole Roman Ingarden, der durch seine ästhetische Schrift ‚The Literary Work of Art’ bekannt ist, der Ungar Wilhelm Szilasi, der als Beispiel vieler Veröffentlichungen 1946 sein Buch ‚Macht und Ohnmacht des Geistes: Interpretationen zu Platon’ und 1969 ‚Philosophie und Erkenntnis’ herausbrachte, der tschechische Philosoph Jan Patocka: Sie alle gehören zu dieser philosophischen Strömung. Auch bedeutende Frauen wie Edith Stein und Hedwig Conrad-Martius mit vielen philosophischen Schriften sind hier zu nennen. Der Kieler Philosoph Hermann Schmitz entwickelt seit 1960 eine ‚Neue Phänomenologie’. Nicht nur im engeren Gebiet der Methode der Erkenntnis, sondern auch in den verschiedenen kulturellen Bereichen wie der Literatur, der Architektur, der Medizin, der Psychologie und der Politik gibt es Einflüsse der Phänomenologie von Husserl. In diesem Kurs werden wir versuchen, durch die Lektüre der oben genannten Schrift die phänomenologischen Ideen in ihrem Kern zu begreifen und das Netzwerk zu verfolgen, das sie gezogen haben.